Das Hauptstadtrudel
Altdeutsche Hütehunde in Berlin

Eddie

Wie wir schon angekündigt haben, geht es hier noch ein bißchen weiter.


Der Platz von Willi wurde neu besetzt, und zwar überraschender Weise schon einen Monat nach seinem Tod. Am 08.10.2016 trat dieser Hund in unser Leben:




 
Der EDDIE alias DAS RIPPCHEN. Wieder ein Hund aus dem Tierheim. Ein ganz besonderes Überraschungspaket, weil wir ihn bei uns aufnehmen wollten, ohne ihn vorher persönlich kennen gelernt zu haben. Einzig alleine aufgrund von ein paar Fotos und drei Videos haben wir entschieden: Das isser.

 

Wir geben zu, dass sein Äußeres ein entscheidendes Kriterium war. Rot, langbeinig, Stehoren, dunkle Maske.

Und wir haben ganz doll an unserem eigenen Standpunkt gerüttelt: Er ist ein Hund aus dem Ausland .

Wir sind natürlich nicht ganz so blauäugig an die Sache herangegangen, aber ein va banque Spiel war es natürlich trotzdem. Es ist aber alles fast so gekommen, wie wir es uns erhofft haben und was man anhand der Videos erkennen konnte: Er ist ein traumhaft menschenbezogener Hund, hat keine Probleme in der Großstadt, versteht sich mit allen Hunden, wenn sie ihm auch freundlich gesinnt sind. Er ist gaaaanz anders als Willi. Ein Sensibelchen, ein Schmusebär, ein Jäger, kein Balljunkie, ein Hund der leisen Töne - und das ist gut so. Willi war ein ganz besonderer Hund. Eddie wird auch ein solcher werden, da bin ich mir ganz sicher - aber eben auf seine Weise. 



Bald ist der Eddie auch wieder ein Jahr bei uns. Er ist ein Hund, der die Frauen mag. Sehr zum Leidwesen von Bernd, der sich einen Mann-Rüden gewünscht hat. Vielleicht aufgrund seiner Herkunft aber auch nicht so sehr verwunderlich, denn er kommt aus Spanien und bekanntlich sind viele Männer dort den Hunden nicht so sehr mit dem Herzen zugetan. Eddie hat keine Angst vor Männer, er lässt sich auch von diesen gerne ausgiebig streicheln. Er liebt auch sein Herrchen. Aber er ist mehr mein Hund als Bernds Hund.

Nun ja, so ist das im Leben. Nichts ist voraussehbar. Man muss es nehmen, wie es kommt. Für mich ist es gut so und es passt auch gerade eigentlich genau, denn Bernd kann sich gar nicht so sehr um Eddie kümmern, weil er durch sein kaputtes Knie fast vollkommen außer Gefecht gesetzt ist. Eddie geht deswegen auch mit zur Arbeit und ich bin sozusagen 24 Stunden mit ihm zusammen.

Ich liebe diesen Hund sehr, auch wenn er so ein vermaldeiter Jäger ist und leider er der erste Hund in meinem Leben sein wird, den man nicht immer und überall ohne Leine laufen lassen kann. Er dreht zwar nicht mehr völlig durch, wenn er einen Hasen oder Eichhörnchen sieht, aber wenn er offline ist, dann gibt es kein Halten mehr. Und ich kann euch sagen, der Antritt von Null auf Hundert ist gewaltig. Ich musste schon mehrfach die Leine loslassen, weils mich sonst umgerissen hätte. 

In Eddie steckt mit ziemlicher Sicherheit ein Windhund, vermutlich Podenco Andaluz. Damit werden wir umgehen müssen. Es zeigen sich so langsam Erfolge, als er sich immer mehr an einem orientiert und er auch immer besser aushalten kann "nur zu gucken". Nicht immer, aber immer öfter. Vielleicht wird er ja doch noch von Wild abrufbar sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt (Wahlslogan von DIE PARTEI)