Das Hauptstadtrudel
Altdeutsche Hütehunde in Berlin

Frl. Smilla



Fräullein Smilla
und ihr Gespür für Schnee


Aus dem gleichnamigen Film stammt ihr Name.

Sie hieß eigentlich - hm - weiß ich gar nicht mehr.

Smilla ist eine reinrassige Main-Coon.

Sie ist keine Katze aus dem Tierheim - hier werden sich vielleicht einige wundern.

Das ist aber eine längere Geschichte:
 
Nachdem unser Kater El Ninjo gestorben war, sollte Piepsi nicht alleine bleiben. Also haben wir uns natürlich auf den Weg ins Tierheim gemacht, um für Piepsi einen Partner zu holen. Das Tierheim Berlin hat viele Katzen. In der Ferienzeit teilweise über 500 Katzen. Katzen aller Altersklassen, in allen Farben und sogar Rassekatzen.

Wir sind auch fündig geworden. Eine ganz schlanke weiße Katze mit braunen Abzeichen am Kopf. Sie war mit mehreren Katzen in einem Gehege, sodass wir davon ausgehen konnten, dass sie mit anderen Katzen verträglich war. Ich wollte diese Katze!

Wir uns also die Tierpflegerin geschnappt und ihr unser Wunschtier gezeigt. Ja, kein Problem, sagte die Pflegerin, aber das ist eine Schnupfenkatze. Ob wir schon eine Katze hätten und ob wir wüßten, ob diese Katzenschnupfen hatte. Wir haben das bejaht mit unserer Katze, haben auch erklärt, dass sie aus dem Tierheim Berlin ist und gegen Katzenschnupfen geimpft sei. Ob sie aber Katzenschnupfen hatte, ist unbekannt. Sie war als Fundkatze im Tierheim gelandet. Also nix über Katzenschnupfen bekannt.

Tja, dann könnten wir die ausgesuchte Katze nicht haben, erklärte man uns. Das Risiko, dass unsere Piepsi sich anstecken könnte, wäre zu groß und sie geben die Katze nicht an  uns heraus.

Erstmal waren wir perplex. Piepsi war doch geimpft, was sollte ihr also passieren? Da wir aber nun keine so genauen Kenntnisse über Katzenschnupfen und die Ansteckungsgefahr hatten, sind wir erstmal nach Hause und haben gegoogelt. Die Argumentation der Tierpfleger stellte sich als haltlos heraus. Wir sind also nochmal am nächsten Tag ins Tierheim und haben die Tierpfleger mit unseren Erkenntnissen konfrontiert. Die blieben aber bei ihrer ablehnenden Haltung. Wir waren stinkesauer über dieses jeglicher Grundlage entbehrende Verhalten der Tierpflegerinnen und haben uns entschieden, dann eben eine Katze aus privater Hand zu holen.

Beim Durchforsten der Kleinanzeigen sind wir dann auf eine abzugebende Main-Coon gestoßen, zwar von einer Züchterin, aber eine kastrierte Katze, die nicht in die Zucht gegangen ist.

Wir also zu der Züchterin hin um das Mädel näher anzusehen. Und da turnte auch Smilla rum; fünf Monate alt und eine Schnupfenkatze!




Die Züchterin erzählte uns, dass sie den Schnupfen nicht in den Griff bekäme, aber mit dem Schnupfen kann sie die Katze auch an niemanden verkaufen.

Und da wir ja eigentlich die Schnupfenkatze aus dem Tierheim nehmen wollten, haben wir uns kurzerhand umentschlossen und Smilla genommen.




Smilla ist eine superverschmuste Katze aber gleichzeitig ein richtiger Rabauke und Wirbelwind und frech wie Rotz - resistent gegen jegliche Erziehungsversuche. Sie liegt heute noch lang ausgestreckt auf dem Couchtisch und ignoriert alle unsere Maßreglungen. Einzig wenn wir essen akzeptiert sie, dass sie dann dort nichts zu suchen hat. 

Smilla hat nicht nur aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit viele Taler aus dem Geldbeutel gelockt; nein, eine echte Main-Coone will sich gewürdigt wissen, als dass man klaglos ihre Aktionen zur Zerstörung der Wohnung hinnimmt. Tapeten von den Wänden reißen war z.B. eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen - trotz zweier großer Kratzbäume.




Sie hat dieses Hobby glücklicherweise inzwischen aufgegeben und ist recht manierlich geworden. Vielleicht war das ja auch alles nur jugendlicher Überschwang.

Smilla ist sehr menschenbezogen und liebt auch die Hunde, besonders den Willi, der ist ihr Favorit. Den begrüßt sie mit Köpfchengeben und schnurrend um die Beine streichend. Ich sage immer, die beiden sind sich charakterlich so ähnlich, die fühlen sich bestimmt seelenverwandt.


Den Katzenschnupfen haben wir mit herkömmlicher Schulmedizin gepaart mit homöophathischen Mitteln ganz gut in den Griff bekommen. Nur ein Auge entzündet sich in regelmäßigen Abständen und muss immer wieder mit Augentropfen behandelt werden.

 
Piepsi hat sich übrigens nicht mit Katzenschnupfen angesteckt.

Januar 2016

Die Schlinze, wie ich die Weiße manchmal nenne, macht uns in den letzten drei Wintern Sorgen. Sie leckt sich stundenlang das Fell, bis sich große kahle Stellen bilden. Die Tierärzte haben zwei Winter herumlaboriert, aber eine wirkliche Diagnose habe ich nicht erhalten. Bei dem einen Tierarzt waren es vielleicht Milben, bei dem anderen vielleicht Flohallergie. Spritzen gab es einige. Nahrungsergänzungsmittel auch. Im Endeffekt haben wir ihr einen großen Kragen gebastelt und ihr später über mehrere Wochen ein Leibchen angezogen. Irgendwann hörte der Juckreiz offenbar auf und damit auch die Leckerei. Das Fell wächst nach und im nächsten Winter geht das selbe Spiel wieder los. Der dritte "Winter" ging schon im  September los. Ende Dezember war Ruhe. Ich vermute, dass das ein Zusammenspiel von Fellwechsel, Luftveränderung und ihre Immunschwäche ist und vielleicht noch ein paar andere Dinge. In der Zeit des großen Juckreizes hat sie erstaunlicherweise kaum Tränenfluss, was sie sonst das übrige Jahr hat. 

Vor dem nächsten Winter werde ich mich wappnen und früher mit immunstärkenden Mitteln arbeiten. Hoffentlich bringt das was.

 

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